IHF-Handballregeln

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Regel 4

Mannschaft, Spielerwechsel, Ausrüstung
Spielerverletzung

Mannschaft
4:1

Eine Mannschaft besteht aus bis zu 14 Spielern.

Auf der Spielfläche dürfen sich gleichzeitig höchstens 7
Spieler befinden. Die übrigen Spieler sind Auswechselspieler.

Die Mannschaft muss während des gesamten Spielverlaufs
einen Spieler auf der Spielfläche als Torwart kennzeichnen.

Ein Spieler, der als Torwart gekennzeichnet ist, kann
jederzeit die Position als Feldspieler einnehmen (beachte
jedoch Regel 8:5 Kommentar Absatz 2). Ebenso kann ein
als Torwart gekennzeichneter Feldspieler jederzeit die
Position des Torwarts einnehmen (beachte Regeln 4:4 und 4:7).

Spielt eine Mannschaft ohne Torwart, dürfen sich auf der Spielflä-
che gleichzeitig höchstens 7 Feldspieler befinden (beachte Regeln
4:7, 6:1, 6:2c, 6:3, 8:7f, 14:1a).
Für den Wechsel zwischen Torwart und Feldspieler gelten die
Regeln 4:4 – 4:7.


Zu Spielbeginn müssen wenigstens 5 Spieler auf der
Spielfläche antreten.

Die Anzahl der Spieler einer Mannschaft darf im Spielverlauf -
einschließlich der Verlängerungen - jederzeit auf bis zu 14
Spieler ergänzt werden.

Sinkt die Anzahl der Spieler einer Mannschaft auf der
Spielfläche unter 5, kann weitergespielt werden. Es liegt im
Ermessen des Schiedsrichters, ob und wann ein Spiel
abzubrechen ist (17:12).

Hinweis:
IHF, Kontinentalverbände und nationale Verbände haben das Recht, für ihren Bereich abweichende Regelungen bezüglich der Anzahl von Spielern zu treffen. Die maximale Anzahl von 16 Spielern darf dabei nicht überschritten werden.

Nur gültig für den Bereich des DHB:
Die Verbände können für ihren Bereich im Rahmen der Vorgaben der
IHF-Regeln abweichende Bestimmungen bezüglich der Anzahl von
Spielern und deren Teilnahmeberechtigung auch in Einzelspielen
und Turnieren
erlassen.


4:2

Eine Mannschaft darf im Spielverlauf höchstens
4 Mannschaftsoffizielle einsetzen. Diese dürfen während des
Spiels nicht ausgewechselt werden. Einer von ihnen ist als
„Mannschaftsverantwortlicher" zu bezeichnen. Nur er ist
berechtigt, Zeitnehmer/Sekretär und eventuell die
Schiedsrichter anzusprechen (ausgenommen Erläuterung 3).

Im Allgemeinen ist ein Mannschaftsoffizieller nicht berechtigt,
während des Spiels die Spielfläche zu betreten. Ein Verstoß
gegen diese Regel ist als unsportliches Verhalten zu ahnden
(8:7, 16:1b, 16:3d und 16:6c). Das Spiel wird mit einem
Freiwurf für die gegnerische Mannschaft fortgesetzt (13:1a-b;
Erläuterung 7).

Der Mannschaftsverantwortliche ist dafür verantwortlich, dass
sich ab Spielbeginn im Auswechselraum keine anderen
Personen als die eingetragenen Offiziellen (max. 4) und die
teilnahmeberechtigten Spieler (4:3) befinden. Andernfalls ist
er progressiv zu bestrafen (16:1b, 16:3d und 16:6c).


4:3

Ein Spieler oder Mannschaftsoffizieller ist
teilnahmeberechtigt, wenn er beim Anpfiff anwesend und im
Spielprotokoll eingetragen ist.

Nach Spielbeginn eintreffende Spieler/Mannschaftsoffizielle
müssen vom Zeitnehmer/Sekretär in das Spielprotokoll
eingetragen werden und erhalten damit die
Teilnahmeberechtigung.

Ein teilnahmeberechtigter Spieler darf die Spielfläche
jederzeit über seine eigene Auswechsellinie betreten
(beachte Regeln 4:4 und 4:6).

Der Mannschaftsverantwortliche ist dafür verantwortlich, dass
nur teilnahmeberechtigte Spieler die Spielfläche betreten.
Andernfalls ist er wegen unsportlichen Verhaltens zu
bestrafen (13:1a-b, 16:1b, 16:3d, 16:6c, Erläuterung 7).


Spielerwechsel
4:4

Auswechselspieler dürfen während des Spiels jederzeit und
wiederholt (siehe jedoch Regel 2:5 und Regel 4:11) ohne
Meldung beim Zeitnehmer/Sekretär, eingesetzt werden, sofern
die zu ersetzenden Spieler die Spielfläche verlassen haben (4:5).

Das Ein- und Auswechseln von Spielern darf nur über die
eigene Auswechsellinie erfolgen (4:5). Dies gilt auch für den
Torwartwechsel (4:7 und 14:10).

Die Auswechselregeln gelten auch bei Time-out
(ausgenommen Team-Time-out).


Kommentar:
Sinn der Auswechsellinie ist es, ein korrektes Auswechseln sicherzustel-
len, nicht aber, Spieler zu bestrafen, die die Seiten- oder die Torauslinie
ohne Vorteilsabsicht überschreiten (z.B. um Wasser oder das Handtuch
direkt neben der Auswechsellinie zu holen oder die Spielfläche nach
einer Hinausstellung auf sportliche Weise außerhalb der eigenen
Auswechselraummarkierung zu verlassen). Taktisches und nicht erlaubtes
Verlassen wird in Regel 7:10 behandelt.

Nur gültig für den Bereich des DHB:
Im Jugendbereich der Altersklassen B und jünger ist ein Spielerwechsel
jedoch nur möglich, wenn sich die Mannschaft in Ballbesitz befindet oder
während eines Time-out; Torwartwechsel ist auch bei 7-m möglich.


4:5

Ein Wechselfehler ist mit einer Hinausstellung für den
fehlbaren Spieler zu ahnden. Begehen mehrere Spieler einer
Mannschaft in der gleichen Situation einen Wechselfehler, so
ist nur der erste Spieler, der eine Regelwidrigkeit begeht, zu
bestrafen.

Das Spiel wird mit Freiwurf für die gegnerische Mannschaft
fortgesetzt (13:1a-b, Erläuterung 7).


4:6

Betritt ein zusätzlicher Spieler die Spielfläche ohne
Auswechselung oder greift ein Spieler unberechtigt vom
Auswechselraum aus in das Spielgeschehen ein, erhält
dieser Spieler eine Hinausstellung. Die Mannschaft muss für
die folgenden 2 Minuten um einen Spieler auf der Spielfläche
reduziert werden (abgesehen davon, dass der zusätzliche
Spieler die Spielfläche verlassen muss)
.


Betritt ein hinausgestellter Spieler während seiner
Hinausstellungszeit
die Spielfläche, erhält er erneut eine
Hinausstellung, die sofort beginnt, und die Mannschaft muss
für die Restzeit der ersten Hinausstellung auf der Spielfläche
um einen weiteren Spieler reduziert werden.

Das Spiel wird in beiden Fällen mit einem Freiwurf für die
gegnerische Mannschaft fortgesetzt (13:1a-b, Erläuterung 7).

 

Ausrüstung
4:7

Alle Feldspieler einer Mannschaft müssen einheitliche Spielkleidung
tragen. Die Kombinationen von Farbe und Design der beiden
Mannschaften müssen sich deutlich voneinander unterscheiden. Alle
als Torwart eingesetzten Spieler einer Mannschaft müssen eine iden-
tische Farbe tragen, die sich von den Farben der Feldspieler beider
Mannschaften und der Torwarte der anderen Mannschaft deutlich
unterscheidet (17:3).


4:8

Die Spieler müssen auf der Trikotrückseite mindestens 20
cm und auf der Trikotvorderseite mindestens 10 cm hohe
sichtbare Nummern haben. Dabei muss es sich um Nummern
von 1 bis 99 handeln. Spieler, die zwischen Feldspieler und
Torwartposition wechseln, müssen die gleiche Nummer
benutzen.
Die Farbe der Nummern muss sich deutlich von Farbe und
Design der Spielkleidung abheben.


4:9

Die Spieler müssen Sportschuhe tragen.

Das Tragen von Gegenständen, welche die Spieler gefährden
könnten oder mit denen sich Spieler einen unrechtmäßigen
Vorteil verschaffen
, ist nicht erlaubt. Dies betrifft z.B. Kopfschutz,
Gesichtsmaske, Handschuhe, Armbänder, Armbanduhren, Ringe,
sichtbares Piercing, Halsketten oder Ketten, Ohrschmuck,
Brillen ohne Haltebänder oder mit festen Gestellen sowie alle
anderen Gegenstände, welche eine Gefährdung darstellen
könnten (17:3).

Spieler, die solche gefährlichen Gegenstände tragen/an sich
haben, dürfen nicht mitspielen, bis der Mangel behoben ist.

Flache Ringe, kleine Ohrringe und Piercing sind erlaubt,
wenn sie abgedeckt sind und Spieler nicht gefährden. Das
Tragen von Stirnbändern, Kopftüchern und Kapitänsbinden aus
weichem, elastischem Material ist erlaubt.

Der Mannschaftsverantwortliche bestätigt mit seiner Unterschrift auf
dem Spielbericht/der Spielermeldung vor dem Spiel die ordnungsgemäße
Ausrüstung aller Spieler. Stellen die Schiedsrichter nach Spielbeginn
trotzdem eine unkorrekte Ausrüstung (nach Regel 4:9) fest, wird
der Mannschaftsverantwortliche progressiv bestraft und der
entsprechende Spieler muss die Spielfläche verlassen, bis der Mangel
behoben ist.
In Zweifelsfällen zeigt der Mannschaftsverantwortliche nicht eindeutig
erlaubte Ausrüstungsgegenstände vor dem Spiel den Schiedsrichtern
oder dem Delegierten an (s. auch Guidelines Anhang 2).

Spielerverletzung
4:10

Blutet ein Spieler oder hat ein Spieler Blut am Körper oder an
der Spielkleidung, muss er die Spielfläche umgehend und
von sich aus (durch eine reguläre Auswechslung) verlassen,
um die Blutung zu stoppen, die Wunde abzudecken und
Körper und Spielkleidung zu reinigen. Erst dann darf er die
Spielfläche wieder betreten.

Ein Spieler, welcher im Zusammenhang mit dieser Bestimmung
den Anweisungen der Schiedsrichter nicht Folge leistet,
macht sich unsportlichen Verhaltens schuldig (8:7, 16:1b und
16:3d).


4:11

Im Falle einer Verletzung können die Schiedsrichter zwei
teilnahmeberechtigten Personen der betreffenden
Mannschaft (s. Regel 4:3) bei Time-out die Erlaubnis erteilen, die
Spielfläche zu betreten (Handzeichen 15 und 16), um den
verletzten Spieler zu versorgen.

Nachdem ein Spieler auf der Spielfläche versorgt wurde, muss er
diese umgehend verlassen. Er darf die Spielfläche erst nach Ab-
schluss des dritten Angriffs seiner Mannschaft wieder betreten
(Verfahren und Ausnahmen s. Erläuterung 8).

Der Spieler kann unabhängig von der Anzahl der gezählten Angriffe
bei Wiederaufnahme des Spiels nach einer Spielhälfte wieder eingesetzt
werden. Betritt dieser Spieler die Spielfläche vorher, wird
er nach Regel 4:4 – 4:6 bestraft.

Hinweis:
Nur nationale Verbände haben das Recht, in Jugend-Spielklassen
die Bestimmungen von Regel 4:11, Abs. 2, auszusetzen.

Nur gültig für den Bereich des DHB:
Regel 4:11, Abs. 2, (Aussetzen von 3 Angriffen) findet nur in den
vom DHB und den Ligaverbänden geleiteten Spielbetrieben Anwendung.


Wenn eine dritte oder weitere Personen sowie Personen der
nicht betroffenen Mannschaft die Spielfläche betreten, ist dies
im Falle von Spielern nach Regel 4:6 und 16:3a und im Falle
von Offiziellen nach Regel 4:2, 16:1b, 16:3d und 16:6c. als
unberechtigtes Eintreten zu ahnden. Wer die Spielfläche
gemäß Regel 4:11 Abs.1 mit Erlaubnis betritt, aber, anstatt
den verletzten Spieler zu versorgen, Anweisungen an andere
Spieler gibt, sich mit Gegnern oder Schiedsrichtern
beschäftigt usw., ist wegen unsportlichen Verhaltens zu
bestrafen (16:1b, 16:3d und 16:6c).