IHF-Handballregeln

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Erläuterung 5

Anwurf (10:3)

Als Leitsatz für die Auslegung von Regel 10:3 sollten die Schiedsrichter das
Ziel berücksichtigen, die Mannschaften zur schnellen Ausführung des
Anwurfs zu ermutigen. Dies bedeutet, dass sie nicht übertrieben genau sein
und nicht nach Möglichkeiten suchen sollten, eine Mannschaft, die eine
schnelle Wurfausführung versucht, zurückzupfeifen oder zu bestrafen.


So müssen die Schiedsrichter beispielsweise vermeiden, dass Notierungen
oder andere Aufgaben ihre Bereitschaft beeinträchtigen, rasch die
Spielerpositionen zu prüfen. Der Feldschiedsrichter sollte bereit sein, umge-
hend anzupfeifen, wenn der Werfer die korrekte Position erreicht, voraus-
gesetzt, es bedarf keiner Korrektur von Positionen anderer Spieler. Die
Schiedsrichter müssen zudem berücksichtigen, dass die Mitspieler des
Werfers die Mittellinie überqueren dürfen, sobald der Pfiff erfolgt ist. (Dies
ist eine Ausnahme von der Grundregel bei der Ausführung von formellen
Würfen).


Obwohl die Regel besagt, dass der Werfer auf der Mittellinie stehen muss
und zwar höchstens 1,5 m von der Mitte der Spielfläche entfernt, sollten die
Schiedsrichter nicht übertrieben genau sein. Hauptsache ist, dass
Unfairness und Ungewissheit für die Gegner im Hinblick darauf vermieden
werden, wann und wo der Anwurf ausgeführt wird.


Außerdem ist der Mittelpunkt bei den meisten Spielflächen nicht markiert,
und bei manchen Spielflächen kann die Mittellinie sogar durch
Mittelkreiswerbung unterbrochen sein. In solchen Fällen müssen offensicht-
lich sowohl Werfer als auch Schiedsrichter die korrekte Position schätzen,
und jegliches Beharren auf Exaktheit wäre dabei unrealistisch und unange-
bracht.