IHF-Handballregeln

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Regel 16

Die Strafen

Verwarnung
16:1

Eine Verwarnung ist die angemessene Strafe bei:

a) Regelwidrigkeiten, die progressiv zu bestrafen sind
(Regel 8:3 vgl. jedoch 16:3b, 16:6d);

b) Unsportlichem Verhalten, das progressiv zu bestrafen ist
(Regel 8:7);

Kommentar:
Ein Spieler sollte nicht mehr als eine Verwarnung und eine
Mannschaft insgesamt nicht mehr als drei Verwarnungen erhalten.
Die folgende Strafe muss mindestens eine Hinausstellung sein.

Ein bereits hinausgestellter Spieler sollte nicht mehr verwarnt
werden.

Gegen die Offiziellen einer Mannschaft sollte insgesamt nur eine
Verwarnung ausgesprochen werden.

16:2

Die Verwarnung ist dem fehlbaren Spieler oder dem
Offiziellen und dem Zeitnehmer/Sekretär durch Hochhalten
der Gelben Karte anzuzeigen. (Handzeichen Nr.13).

 

Hinausstellung
16:3

Eine Hinausstellung ist die angemessene Strafe:


a) bei Wechselfehlern oder bei Betreten der Spielfläche
durch einen zusätzlichen Spieler oder wenn ein Spieler
vom Auswechselraum aus in das Spiel eingreift (4:5-6),
beachte jedoch Regel 8.10b (II);

b) bei Vergehen im Sinne der Regel 8:3 für den Fall, dass
der Spieler und/oder die Mannschaft bereits die maximale
Anzahl an Verwarnungen erhalten haben (siehe 16:1
Kommentar);
c) bei Vergehen im Sinne der Regel 8:4;
d) bei unsportlichem Verhalten eines Spielers nach Regel
8:7 für den Fall, dass der Spieler und/oder die
Mannschaft bereits die maximale Anzahl an
Verwarnungen erhalten haben;
e) bei unsportlichem Verhalten eines Mannschaftsoffiziellen
nach Regel 8:7, für den Fall, dass ein
Mannschaftsoffizieller bereits eine Verwarnung erhalten hat;
f) bei unsportlichem Verhalten eines Spielers oder eines
Mannschaftsoffiziellen im Sinne der Regel 8:8 (siehe
auch 4:6);
g) als Folge einer Disqualifikation eines Spielers oder eines
Mannschaftsoffiziellen (16:8 Absatz 2; beachte 16:11b);
h) bei unsportlichem Verhalten eines Spielers vor
Wiederaufnahme des Spiels, nachdem er gerade
hinausgestellt (16:9a) wurde.

 


Kommentar:
Gegen die Mannschaftsoffiziellen einer Mannschaft darf höchstens
einmal auf Hinausstellung erkannt werden.

Wenn gegen einen Mannschaftsoffiziellen entsprechend Regel 16:3e
eine Hinausstellung ausgesprochen wird, ist es diesem erlaubt, im
Auswechselraum zu verbleiben und seine Funktion weiter
wahrzunehmen. Seine Mannschaft wird jedoch auf der Spielfläche
für 2 Minuten um einen Spieler reduziert.


16:4

Die Hinausstellung ist dem fehlbaren Spieler oder
Mannschaftsoffiziellen sowie dem Zeitnehmer/Sekretär nach
Time-out durch das vorgeschriebene Handzeichen,
Hochhalten des gestreckten Armes mit zwei erhobenen
Fingern, deutlich anzuzeigen (Handzeichen Nr. 14).

16:5

Eine Hinausstellung erfolgt immer für eine Spielzeit von 2
Minuten. Die dritte Hinausstellung desselben Spielers ist
immer auch mit einer Disqualifikation verbunden (16:6d).

Während der Hinausstellungszeit darf der hinausgestellte
Spieler weder selbst im Spiel mitwirken, noch von einem
seiner Mitspieler ersetzt werden.

Die Hinausstellungszeit beginnt mit der Wiederaufnahme des
Spiels durch Pfiff.

Ist die Hinausstellungszeit eines Spielers bis Ende der
1. Halbzeit nicht beendet, läuft sie vom Beginn der 2. Halbzeit
an weiter. Das gleiche gilt zwischen regulärer Spielzeit und
Spielverlängerung sowie während Spielverlängerungen.
Sofern nach Ablauf der Verlängerungen eine Hinausstellung
noch nicht abgelaufen ist, darf dieser Spieler gemäß
Kommentar zur Regel 2:2 nicht an einem 7-m-Werfen
teilnehmen.

 


Disqualifikation
16:6

Die Disqualifikation ist die angemessene Strafe bei:

a) Vergehen im Sinne der Regeln 8:5 und 8:6;
b) grob unsportlichem Verhalten gemäß Regel 8:9 und
besonders grob unsportlichem Verhalten gemäß Regel
8:10 durch einen Spieler oder Mannschaftsoffiziellen auf
der Spielfläche oder außerhalb;
c) unsportlichem Verhalten eines der Mannschaftsoffiziellen
nach Regel 8:7, nachdem Mannschaftsoffizielle der
gleichen Mannschaft zuvor schon eine Verwarnung und
eine Hinausstellung nach 16:1b und 16:3d-e erhalten
haben;
d) einer dritten Hinausstellung desselben Spielers(16:5);

e) bedeutendem oder wiederholt unsportlichem Verhalten
während des 7-m-Werfens (Kommentar zur Regel 2:2
sowie Regel 16:10);

16:7

Die Disqualifikation ist dem fehlbaren Spieler oder Offiziellen
sowie dem Zeitnehmer/Sekretär vom Schiedsrichter nach
Time-out durch Hochhalten der Roten Karte deutlich
anzuzeigen (Handzeichen Nr. 13 s. auch Regel 16:8 ).


16:8

Die Disqualifikation eines Spielers oder
Mannschaftsoffiziellen gilt immer für den Rest der Spielzeit.
Der Spieler oder Offizielle muss die Spielfläche und den
Auswechselraum sofort verlassen. Danach darf der Spieler
oder Offizielle in keiner Form Kontakt zur Mannschaft haben.

Die Disqualifikation eines Spielers oder
Mannschaftsoffiziellen während der Spielzeit, auf oder
außerhalb der Spielfläche, ist immer mit einer Hinausstellung
für die Mannschaft verbunden. Dies bedeutet, dass die
Anzahl der Spieler der Mannschaft auf der Spielfläche um
einen Spieler reduziert wird (16:3f). Die Reduzierung auf der
Spielfläche erfolgt jedoch für 4 Minuten, wenn ein Spieler
gemäß Regel 16:9b-d disqualifiziert worden ist.

Eine Disqualifikation verringert die Zahl der Spieler oder
Offiziellen, die der Mannschaft zur Verfügung stehen
(ausgenommen 16:11b). Es ist der Mannschaft jedoch
erlaubt, die Zahl der Spieler auf der Spielfläche nach Ablauf
der Hinausstellung wieder zu ergänzen.

Disqualifikationen nach Regel 8:6 oder 8:10 a-b sind mit einem
schriftlichen Bericht an die zuständigen Instanzen verbunden.
Bei Disqualifikationen mit Bericht sind die Mannschaftsverantwortlichen
und der Delegierte (Erl.7) unmittelbar nach der Entscheidung zu informieren.

Zu diesem Zweck zeigt der Schiedsrichter nach der roten Karte zur
Information zusätzlich die blaue Karte
.

Mehr als ein Verstoß in derselben Situation
16:9

Begeht ein Spieler oder Mannschaftsoffizieller gleichzeitig
oder in direkter Folge vor dem Wiederanpfiff mehr als eine
Regelwidrigkeit und erfordern diese verschiedene Strafen, ist
grundsätzlich nur die schwerwiegendste Strafe
auszusprechen.

Es gelten jedoch die folgenden besonderen Ausnahmen, bei
denen in sämtlichen Fällen die Mannschaft auf der
Spielfläche für 4 Minuten reduziert wird.

a) Wenn sich ein Spieler, der gerade eine Hinausstellung
bekommen hat, vor der Wiederaufnahme des Spiels
unsportlich verhält, erhält dieser eine zusätzliche
Hinausstellung (16:3g). Wenn die zusätzliche
Hinausstellung die dritte für den Spieler ist, wird er
disqualifiziert;
b) Wenn ein Spieler, der gerade eine Disqualifikation
bekommen hat (direkt oder wegen seiner dritten
Hinausstellung), sich vor der Wiederaufnahme des Spiels
unsportlich verhält, wird die Mannschaft mit einer
zusätzlichen Strafe belegt, wodurch die Reduzierung 4
Minuten beträgt (16:8 Absatz 2);
c) Wenn ein Spieler, der gerade eine Hinausstellung
bekommen hat, sich vor der Wiederaufnahme des Spiels
grob oder besonders grob unsportlich verhält, wird er
zusätzlich disqualifiziert (16:6b); die beiden Strafen
bedeuten eine 4-Minuten Reduzierung der Mannschaft
(16:8 Absatz 2);
d) Wenn ein Spieler, der gerade eine Disqualifikation
bekommen hat (direkt oder wegen einer dritten
Hinausstellung), sich vor Wiederaufnahme des Spiels
grob oder besonders grob unsportlich verhält, wird die
Mannschaft mit einer zusätzlichen Strafe belegt und die
Reduzierung beträgt insgesamt 4 Minuten (16:8 Absatz
2).


Vergehen während der Spielzeit
16:10

Die Strafen für Vergehen während der Spielzeit sind in den
Regeln 16:1, 16:3 und 16:6 festgehalten. Zur Spielzeit zählen
auch alle Pausen, Time-outs, Team-Time-Outs und
Verlängerungen. In allen anderen
Spielentscheidungsverfahren (z.B. 7-m-Werfen) kommt nur
Regel 16:6 zur Anwendung. Dadurch soll bei jeglicher Art von
bedeutsamem oder wiederholt unsportlichem Verhalten die
weitere Teilnahme dieses Spielers verhindert werden (siehe
Kommentar der Regel 2:2).


Vergehen außerhalb der Spielzeit
16:11

Unsportliches Verhalten, grob unsportliches Verhalten und
besonders grob unsportliches Verhalten sowie jegliche Form
besonders rücksichtsloser Handlungen (siehe Regel 8:6-10)
seitens eines Spielers oder Mannschaftsoffiziellen, im
Bereich der Wettkampfstätte, aber außerhalb der Spielzeit, ist
wie folgt zu ahnden:


Vor dem -Spiel:

 

a) unsportliches Verhalten gemäß Regel 8:7-8 mit
Verwarnung;
b) Verhalten im Sinne von Regel 8:6 und 8:10a mit
Disqualifikation gegen den Spieler oder
Mannschaftsoffiziellen, wobei die Mannschaft mit 14
Spielern und 4 Offiziellen beginnen darf; Regel 16:8
Absatz 2, trifft nur bei Vergehen während der Spielzeit zu;
folglich hat die Disqualifikation keine Hinausstellung zur
Folge.
Bestrafungen für Vergehen vor dem Spiel können jederzeit
während des Spiels ausgesprochen werden, sobald die
fehlbare Person als am Spiel Beteiligter wahrgenommen wird
und dies zum Zeitpunkt des Vergehens nicht möglich war.

 


Nach dem Spiel:

c) schriftlicher Bericht