wJC 1 gewinnt in Holstebro den C-Pokal

Geschrieben von Jörg Eichholz. Veröffentlicht in WJC-1

Perfektes Abschiedsgeschenk für den aus der wJC scheidenen Trainer Jens Meyer. "Seine" inzwischen flügge gewordenen Mädels gewannen im dänischen Holstebro mit einer der besten Leistungen überhaupt gegen viele starke dänische Mannschaften überraschend den Wettbewerb U 14 im C-Pokal.

Der Reihe nach:

Am Gründonnerstag, 29.03.2018, startete unsere wJC 1, bestehend aus 14 Spielerinnen und 5 Trainern/Betreuerinnen zusammen mit 4 weiteren weiblichen Jugend-Mannschaften in zwei Bussen zum Osterturnier in das ca. 400km entfernte Holstebro/Dänemark, welches als eines der größten Hallenhandballturniere der Welt gilt.

Die Stimmung im Bus war von Vorfreude geprägt, obwohl einige der Mädchen noch jede Menge Schlaf vom Frankreich- und Spanienaustausch nachzuholen hatten.

Der U14 piger-Wettbewerb startete allein mit 48 Mannschaften, die zu 12 Gruppen a 4 Mannschaften eingeteilt wurden. Wir hatten leider das Handicap, dass unsere beiden etatmäßigen Torhüterinnen, Louisa und Alyssa, ihre größeren Verletzungen noch nicht auskuriert hatten und nicht einsatzfähig waren. Danke Cordel und Ronny, dafür dass ihr Toni für uns freigestellt habt und an Toni für deinen Einsatz.

Auch 15 Elternteile begleiteten - in einem großen Appartement zentral in Holstebro wohnend - die Spiele der Mädels und machten die Spiele stimmungsmäßig häufig zu Heimspielen.

In der Gruppenphase trafen wir am Freitag auf 3 dänische Mannschaften, welche uns völlig unbekannt waren. Sämtliche Spiele dauerten jeweils 2x 14 Minuten. Mit einem 11:3 (Hz 7:3)-Auftaktsieg gegen Resen KFUM 2 ist uns ein sehr guter Start gelungen. Im zweiten Spiel trafen wir auf die erste Mannschaft der HK73 Frederikssund, welche uns deutlich überlegen war. Leider verletzte sich unsere Torhüterin Toni vor dem Spiel bereits beim Warmmachen, so dass sie nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte war. Spiel 2 verloren wir mit 3:15 (Hz 3:5) und das entscheidende dritte Vorrunden-Spiel gegen Vadum IF 2 entschied, ob die Mädels am Folgetag dann im B-Pokal (alle Gruppen-2.) oder im C-Pokal (alle Gruppen-3./4.) spielen würden. Nach 23 Spielminuten stand es 7:7, leider bekamen wir dann zwei 2-Minuten-Strafen und einen Siebenmeter gegen uns, so dass wir das Spiel mit 7:10 (Hz 3:4) unglücklich verloren.

Also C-Pokal. Zunächst große Enttäuschung, nicht nur bei den Mädchen, sondern auch bei den mitgereisten Eltern.

Aber nach Behandlung der kleineren und größeren Wehwechen in der Unterkunft (danke an Dörthe aus Eider Harde!) wich diese jedoch nach und nach dem Gefühl „jetzt erst recht“.

Als "Belohnung" für das Abschneiden in der Gruppenphase „durften“ die Mädels dann am Samstag um 8.00 Uhr in einer verhältnismäßig weit entfernten Halle antreten. Aufstehen war also schon um 5.30 Uhr angesagt. Gegner war die deutsche Mannschaft der HSG Eider Harde 2, die unsere Mädels beim 21:6 (Hz 10:3) aber zu keiner Zeit fordern konnte. Auf die verletzte Toni haben wir dann ab diesem Spiel verzichtet und uns mit den Feldspielerinnen Aenne-Lotte (1. Hz) und Jojo (2. Hz) im Tor beholfen. Da auch unser nächster Gruppengegner gegen Eider Harde gewann, kam das nächste Spiel bereits einem Achtelfinal-Duell gleich. Ins Tor wurde nun Torwart Nr. 6, unsere "Linkshand" Jette, gestellt, die aufgrund einer Gehirnerschütterung die vorherigen Spiele ebenfalls nicht bestreiten konnte. Die dänische Mannschaft Love Hang Handbold 2 hatte den besseren Start und konnte in Hz 1 nach 12 Minuten bereits mit 3 Toren in Führung (4:7) gehen. Zur Hz verkürzten wir auf 5:7. Irgendwie ging ab diesem Zeitpunkt ein Ruck, etwas Magisches, durch die Mannschaft. Durch eine wahnsinnige Energieleistung wurde gefightet, wie es die Mädchen in dieser Form schon lange nicht mehr getan hatte. Der Rückstand wurde ausgeglichen und erstmals konnten wir nach 26 Minuten mit 10:9 in Führung gehen. Am Ende reichte uns ein 10:10-Unentschieden zum Weiterkommen. Die Freude war riesig und dieses gemeinsame Erfolgserlebnis sollte weitere Kräfte am Sonntag freisetzen.

Denn mit dem Gruppensieg in der Zwischenrunde standen auch am Finaltag, am Sonntag  noch mindestens ein, maximal drei Spiele, im KO-Modus bevor.

Im Viertelfinale trafen wir wieder auf unseren Vorrundengegner Resen KFUM 2, der offenbar etwas aus der ersten Mannschaft verstärkt wurde. So lagen wir schnell mit 0:2 zurück - die Mädels besannen sich nach kurzer Eingewöhnungszeit jedoch auf ihre Stärken und fuhren das Spiel dann doch sicher mit 10:3 (Hz 3:2) nach "Hause".

Im Halbfinale schlugen unsere "bad girls" dann auch noch die HSG Fockbek/Nübbel mit 12:10 (Hz 8:5), welche wir in unserem letzten Punktspiel im März noch mit 22:28 unterlagen waren - ebenfalls bereits mit einer Feldspielerin im Tor.

Im Finale trafen die Mädels wieder auf eine dänische Mannschaft, Hjallerup IF 1, welche in ihrem Halbfinale den SH-Ligisten HSG Eider Harde 1 bezwingen konnte und in der Zwischenrunde am Samstag unserer WJC 2 nicht nur handballerisch sondern auch körperlich weh getan hatte.

Dass dieses Finalspiel für die daheimgebliebenen Eltern und Freunde live auf N3 im TV übertragen wurde, stellte sich später leider als Aprilscherz heraus!

Im Finale des C-Pokals, im allerletzten Spiel des seit 7 Jahren hauptverantwortlichen Trainers Jens Meyer, spielten die Mädels dann eines ihrer besten Spiele überhaupt - ever, ever, ever! Das Finale fand vor großem Publikum und vor allem: vor gesamter Bargteheider Fangemeinde statt. Vor allem in der Abwehr spielten die Mädels extrem konzentriert und aggressiv - wie von einem anderen Stern. Auch im Angriff wurde eine gute Effektivität erzielt. Gegen einen starken Gegner konnte bereits zur Hz eine 7:3-Führung erzielt werden, welche bis zur 26. Spielminute auf 10:3 ausgebaut werden konnte. Die verbleibenden 2 Gegentore in der Schlussminute zum 10:5-Endspielsieg gingen im schier grenzenlosen Jubel unter.

Zum allerersten Mal gewann damit eine Bargteheider Mannschaft ein Finale beim Holstebro-Cup. Ein anstrengendes Turnier ging für die Mädels nach 8 Matches damit erfolgreich zu Ende.

Dabei waren: im Tor: Louisa & Alyssa (nicht eingesetzt); Toni (3 Spiele), Jette (4 Spiele) - im Feld: Aenne-Lotte (4 Tore), Celia (5), Hanna (4), Jana (12), Jojo (12), Karo (13), Leo (5), Lilly (1), Linda (5), Sina (23)

Lieber Jens, in Namen der Eltern und aller Spielerinnen, bedanken wir uns für dein unglaubliches Engagement. Die sehr gute Entwicklung der Mädels - handballerisch, aber auch die sozialen Werte, welche du stets vermittelt hast- sind für uns alle unvergesslich und dein Verdienst. Toll, dass sich die Mädels auf ihre Weise mit einem perfekten sportlichen Abschiedsgeschenk bei dir bedankt haben. Wir hoffen, dass du die Mädels in der Saison 2018/2019 als wjB nun auf der anderen Seite (auf der Zuschauertribühne) mit uns gemeinsam unterstützt.